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Wo Geschichte auf Zukunft trifft: Inspirationstag zu deutscher Sprache und Unternehmertum im Schloss Alatskivi

  • vor 8 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit


Eine der zentralen Missionen von DBJW Estland ist es, internationale Perspektiven nicht nur in die großen Städte, sondern gezielt auch in ländliche und grenznahe Regionen zu bringen.


Die Gemeinde Peipsiääre in Südestland, nahe der Grenze zu Russland, ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie wichtig diese Aufgabe ist. In Regionen, in denen der Zugang zu internationalen Netzwerken, beruflichen Perspektiven und Sprachmöglichkeiten begrenzter ist, können solche Initiativen entscheidend dazu beitragen, neue Wege für junge Menschen zu öffnen.


Im Zentrum dieser Region steht das Schloss Alatskivi – ein Ort, an dem Geschichte und Zukunft auf besondere Weise zusammenfinden.


Mit seiner baltisch-deutschen Geschichte und der neugotischen Architektur, inspiriert von englischen Schlössern, ist das Schloss Alatskivi ein einzigartiger Veranstaltungsort in Estland. Im 19. Jahrhundert erbaut und eng mit der deutschbaltischen Vergangenheit verbunden, bietet es einen authentischen Rahmen für Veranstaltungen rund um deutsche Sprache, Kultur und wirtschaftliche Zusammenarbeit.


Ein Teil des historischen Mobiliars des Guts Alatskivi befindet sich heute in Museumssammlungen in Lüneburg, was die langjährigen deutschbaltischen Verbindungen der Region zusätzlich unterstreicht.


Neue Partnerschaften im Zeichen von Geschichte und Gemeinschaft

Das Schloss Alatskivi ist inzwischen offizieller Partner von DBJW geworden. Diese Partnerschaft knüpft an die gemeinsame deutschbaltische Geschichte der Region an und schafft eine gute Grundlage für die zukünftige Zusammenarbeit.


Ein weiterer wichtiger regionaler Partner ist Kuvake (Jugendzentrum Peipsiääre), das eine zentrale Rolle in der Arbeit mit jungen Menschen vor Ort spielt. Kuvake engagiert sich für die Förderung von Jugendlichen, stärkt die Gemeinschaft und schafft Möglichkeiten für junge Menschen in einer ländlichen Region.


Gemeinsam spiegeln diese Partnerschaften das Ziel von DBJW wider, historische Zusammenhänge mit heutigen Chancen zu verbinden und dabei eng mit lokalen Akteuren zusammenzuarbeiten.


Inspiration für die nächste Generation

Am 31. März fand im Schloss Alatskivi der Inspirationstag zur deutschen Sprache und zum Unternehmertum statt, an dem über 70 Jugendliche aus der Gemeinde Peipsiääre teilnahmen.


Es war bereits die zweite Veranstaltung dieser Art im Schloss und zeigt das wachsende Interesse der Jugendlichen vor Ort. Die deutsche Sprache bildete dabei die Grundlage, während der inhaltliche Fokus auf Wirtschaft, Unternehmertum und beruflichen Perspektiven lag.


Eröffnet wurde die Veranstaltung von der Bürgermeisterin Piibe Koemets, die die Gäste, Referenten und Unternehmensvertreter begrüßte und die Bedeutung solcher Initiativen für die Region hervorhob.


Eine zentrale Rolle für das Gelingen des Tages spielte Laura Lillepalu-Scott, Geschäftsführerin des Schlosses Alatskivi. Ihr Vertrauen in das Potenzial junger Menschen sowie ihre kontinuierliche Unterstützung für Projekte rund um die deutsche Sprache und Kultur sind von großem Wert.



Mit ihrem fundierten Wissen über die deutschbaltische Geschichte brachte sie eine wichtige historische Perspektive ein. Während die Jugendlichen an den Workshops teilnahmen, kümmerte sie sich persönlich um die Ehrengäste – darunter Vertreter der Deutschen Botschaft – und führte sie durch das Schloss, was auf großes Interesse und positive Resonanz stieß.


Starke internationale und wirtschaftliche Impulse

Trotz der abgelegenen Lage kamen zahlreiche Vertreter aus Institutionen und Wirtschaft zusammen, um die Bedeutung der deutsch-estnischen Beziehungen zu vermitteln.


Mario Sauder, Deputy Head of Mission, Embassy of Germany in Estonia
Mario Sauder, Deputy Head of Mission, Embassy of Germany in Estonia

Ein besonderer Beitrag kam von der Deutschen Botschaft in Estland, vertreten durch Mario Sauder, stellvertretender Missionsleiter und Leiter der Wirtschaftsabteilung. Seine Anwesenheit unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Estland und Deutschland auf wirtschaftlicher und diplomatischer Ebene.


Weitere wertvolle Einblicke erhielten die Teilnehmenden von Kersti Loor (Geschäftsführerin von Junior Achievement Estland), sowie von Vertretern des Estnischen Holzhausverbands (Puitmajaliit) und des Estnischen Maschinenbauverbands (Masinatööstuse liit).


Beide Verbände betonten die Rolle Deutschlands – als größte Volkswirtschaft Europas und einer der wichtigsten Märkte für estnische Unternehmen. Anhand konkreter Beispiele zeigten sie auf, wie eng Branchen wie Holzbau und Maschinenbau mit dem deutschen Markt verbunden sind.



Workshops: Lernen durch Erleben

Im zweiten Teil des Tages standen interaktive Workshops im Mittelpunkt, in denen die Jugendlichen direkt mit Unternehmen und Fachleuten in Kontakt treten konnten.


Beteiligt waren unter anderem Trafity OÜ mit einem Virtual-Reality-Erlebnis, das zu den Highlights des Tages gehörte, ELMO Remote Vehicle mit der Möglichkeit, ein ferngesteuertes Fahrzeug zu erleben, Regio OÜ im Bereich Kartografie und Geodaten, Atemix mit Einblicken in berufliche Wege sowie Nordic Render, das zeigte, wie Visualisierung in Architektur und Produktentwicklung eingesetzt wird.


Auch das Berufsschulzentrum VOCO (Tartu Rakenduslik Kolledž), bereits Partner von DBJW, war vertreten. Besonders erfreulich ist die Ankündigung, dass dort ab dem kommenden Schuljahr wieder Deutschunterricht angeboten wird – nachdem dies viele Jahre nicht der Fall war. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der deutschen Sprache in der Region.

Die Schülerfirma Velogen ergänzte das Programm mit einem eigenen Beispiel für Unternehmertum.


Durch persönliche Erfahrungen und praxisnahe Einblicke wurde deutlich, warum der deutsche Markt für estnische Unternehmen von großer Bedeutung ist und welche Rolle Sprachkenntnisse – insbesondere Deutsch – im Berufsleben spielen.



Ausblick

Das große Interesse der Jugendlichen und das Engagement der Partner zeigen, wie wertvoll und wirkungsvoll solche Initiativen sind.


Mit dem Schloss Alatskivi und Kuvake als offiziellen Partnern von DBJW ist eine stabile Grundlage für die weitere Zusammenarbeit geschaffen worden – dort, wo Geschichte, Gemeinschaft, Sprache und Zukunft zusammenfinden.


Partner und Unterstützung

Die Veranstaltung wurde von DBJW Estland in enger Zusammenarbeit mit regionalen und internationalen Partnern organisiert. Unsere DBJW Brand Ambassadors Mari Johanna Ruut und Daniil Iarlykovskii übernahmen eine besonders engagierte und aktive Rolle bei der Durchführung des Events und haben die Vorbereitungen sowie die Organisation der Jugendlichen tatkräftig unterstützt.


Unser herzlicher Dank gilt der Deutschen Botschaft in Estland, Nordic Render, Swedbank und Regio OÜ für die Bereitstellung der Preise für die drei besten Teams des Quiz sowie Lidl Estland und der Deutschen Botschaft für die süßen Überraschungen für alle Teilnehmenden.


Ihre Unterstützung hat maßgeblich dazu beigetragen, den Tag für die Jugendlichen besonders und unvergesslich zu machen.




 
 
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